und ich lerne immer noch, jeden Tag… denn sie sind es, die uns einen Spiegel unseres besseren Selbst vorhalten… der Mensch, der wir sein könnten, ohne all unsere Fehler. Demütig und still werde ich oft, wenn ich mit ihnen spreche, bin voller Dankbarkeit immer wieder, über ihre Botschaften… und wie weise sie sind. Ich würde mir so sehr wünschen, dass wir Menschen uns öffnen, um in diesen Spiegel zu schauen… dass die Menschen nicht aufhören, sie zu schützen, sie zu respektieren, sie nicht zu benutzen, sondern ihnen zuzuhören und ihre Einzigartigkeit, ihr großartiges Wesen zu sehen. Sie sind uns so ähnlich… und doch in so Vielem besser, als wir. Ihre Liebe, ihre Ehrlichkeit, ihre Bedingungslosigkeit, ihre Augenblicklichkeit… das Hier und Jetzt, das sie leben… ihre Naturverbundenheit und Ursprünglichkeit, ihr Überschwang an Gefühlen, die sie niemals verbergen… Was wäre die Welt ohne Sie? Es gibt so Vieles, was sie uns voraus haben, so Vieles, was wir lernen können… doch das Größte, was wir von ihnen lernen können, ist, nicht zu urteilen, zu beurteilen, zu verurteilen, wie Menschen es über Menschen tun… und es ist ihre unglaubliche Fähigkeit, zu verzeihen, denn wir alle machen Fehler, haben sie in der Vergangenheit gemacht und niemand ist frei davon… doch sobald wir ihnen die Hände entgegen strecken, werden sie uns die Tränen ablecken und uns verzeihen… den Menschen, die sie lieben. Nicht irgendwann, sondern jetzt, im selben Moment. Ja, sie lehren uns, menschlicher und menschenfreundlicher zu sein… gerade die, die Schlechtes erlebt haben… die enttäuscht, verraten und verletzt wurden… Sie sind bereit, uns Menschen wieder eine Chance zu geben, unser Freund zu sein und wieder zu vertrauen. Wie dankbar bin ich dafür!

(Sylvia Raßloff)

“Nein, ich kann sie nicht alle retten… aber wenigstens einen… Eine Seele… Und sie wird ein Zuhause haben… wo sie sich geborgen fühlt… Sie wird ein weiches Körbchen bekommen und immer Futter in ihrem Napf haben… Sie wird eine Hand haben, die sie streichelt… ein Herz, das sie für immer wärmt… eine Schulter, wo sie Halt findet, wenn sie Trost braucht… und einen schützenden Körper, der sich vor sie stellt, wenn sie Angst hat… Nicht alle kann ich retten… aber zumindest Einen…”

Harcos, kleine Kämpfer

Vielleicht können wir nicht allen helfen… aber wenn Jeder irgendeinem hilft… dann wäre schon viel getan auf dieser Welt. Es sind so Viele, die uns brauchen…

und für alle, die nicht auf dem ersten Blick einem Ideal entsprechen… die nicht „perfekt“ oder „unvollkommen“ sind…

Man findet sie nicht, wenn man mit den Augen sieht… diese wahren Freunde und Gefährten… die einzigartig sind. Sie sind die ganz besonderen Seelen… die “Unperfekten”… die Geschlagenen, die Kranken, die Behinderten… Die, die so Vieles erlebt haben… die überlebt haben… Und ich kann nicht aufhören, zu staunen über ihre unglaubliche Weisheit… ihre Art, das Leben zu leben… und zu nehmen, was es ihnen gibt… das Beste aus jedem Augenblick zu machen… den es ihnen gut geht… vor Freude zu tanzen. So viel Dankbarkeit, Liebe… so viel unendliches Vertrauen! Oh, wir können so viel von ihnen lernen… Wundervolle, vollkommene Seelen, wie sie schöner nicht sein könnten… Ich wünschte, ich könnte ihr Innerstes nehmen und nach außen strahlen lassen… damit alle es sehen können. … Wer nicht mit dem Herzen sieht, der sieht sie nicht!

Nein, einen Freund findet man nicht, wenn man mit den Augen sieht… man findet ihn mit dem Herzen.

(Sylvia Raßloff)

Danke Nicole: „Ich habe einen Tierschutz-Hund, einen kranken Tierschutz-Hund. CJ ist Epileptiker und blind. Viele Leute fragen mich, warum tust Du Dir das an, warum ein kranker Hund? Für die Schutzgebühr hättest Du dir auch einen gesunden Hund anschaffen können, von den Folgekosten ganz zu schweigen… Ja, es ist nicht immer einfach. Jeden Tag zitterten wir vor einem erneuten Anfall, und auch heute noch. Ich schlief auf der Couch—bei den Hunden—aus Angst einen Anfall nicht mitzukriegen—ihm nicht helfen zu können. Jeder Anfall bedeutet Lebensgefahr für CJ. Dann ist CJ auf seinem verbleibendem Auge erblindet—wir haben alles versucht – gekämpft, gehofft—verloren… Verloren? Nein—wir haben gewonnen—jeder Tag mit diesem Hund ist ein Geschenk! CJ ist Seelentröster, Zappelphilipp, Blindfisch und Freund. Immer fröhlich, immer gut gelaunt—trotz seiner Handicaps. Er läuft frei, selbst im Wald, er spielt, er tobt mit seiner Dorka. Er merkt, wenn ich traurig bin, wenn ich Schmerzen habe, es mir nicht gut geht. Er, der selbst jeden Tag kämpft—gibt mir Kraft und Zuversicht. Ich habe viel von und durch ihn gelernt… Ich habe einen Tierschutz-Hund, einen Handicap Tierschutz-Hund… und bin unendlich stolz, ihn an meiner Seite zu haben.“

„Er liebt mich, wie kein anderer! Er tröstet mich, wenn es mir schlecht geht! Er bringt mich zum Lachen, immer wieder! Er gibt mir so viel Kraft, wenn ich sie brauche. Er gibt mir Lebensmut und Zuversicht, wenn ich ihn ansehe. Er gibt Freude, wie keiner es je könnte.” …

“Wer ist es?”

“Mein Hund!” …

“Es muss ein kräftiger, junger, gesunder Gefährte sein, der so viel für dich zu tun vermag! Jeder Mensch würde sich so einen Hund wünschen!” …

“Er ist aus dem Tierschutz! Er gehörte zu den Alten, Kranken und Behinderten, die Keiner wollte.“

(Sylvia Raßloff)

Solange du dich nicht frei machst von alten Emotionen, negativen Dingen, Erlebnissen… solange dich deine Wut, deine Ängste, deine Trauer im Griff haben, bleibst du stehen, kannst nicht weitergehen, bist nicht offen, nicht frei, zu empfangen, zu lieben, zu heilen und zu geben. Das Leben hat keinen Rückwärtsgang. Festhalten ist erstarren… nichts, das sich bewegt… und sich wie ein dunkler Mantel über alles legt. Leben ist Veränderung… und Stillstand ist der Tod. Wer einatmet, muss auch ausatmen, bevor man zu ersticken droht. Leben ist Empfangen und Loslassen, immer wieder… nicht in der Vergangenheit zu verharren… denn irgendwo dazwischen ist das Leben. Leben ist verzeihen, ist vertrauen… und bereit zu sein, sich wieder hineinzugeben… ohne Netz und doppelten Boden… offen zu sein für neue Begegnungen, neue Erfahrungen, zu erleben, zu lernen… Liebe zu empfangen und weiterzugeben. Schau nach vorn und sei dankbar für alles, was du erleben durftest. Es gibt Zeiten der Freude und Zeiten, in denen wir all unsere Kraft und Zuversicht brauchen… Zeiten der Trauer, Zeiten zum Lachen… alles gehört dazu zum Leben. Doch nur wer loslässt, kann nach vorne sehen, sich wieder spüren, atmen, frei sein und Freiheit geben… kann neue Aufgaben und seinen Weg finden. Vielleicht wird es weh tun, vielleicht wirst du verletzt werden… doch noch schmerzlicher wäre es, nicht zu lieben… und dieses Leben nicht zu leben. Es gibt kein Gut oder Schlecht, nur Erfahrungen, die uns weiser machen, Begegnungen, die uns verändern, Spuren, die uns prägen, Erinnerungen, die uns verbinden und Liebe, die nie verloren geht. Loslassen ist… Freiheit der Seele.

Sylvia Raßloff