Hab keine Angst vor dem Flüstern deiner Seele

Hast du das Flüstern deiner Seele gehört? … Erinnerst du dich an deinen Schneemann… ? Aus längst vergangenen Tagen… An das, was dir einmal wichtig war? Hast du es vergessen? Wieviel Zeit haben wir? Die Uhr hängt da… über der Tür… Schließe deine Augen… deine Seele spricht zu dir… Das bis du… die Natur, dein Inneres Kind und auch dein Tier… Die Tiere werden uns immer zeigen, was wichtig ist… vielleicht, weil sie wissen, dass Zeit ein Trugschluss ist… dass das Leben gelebt werden will… getanzt, gefühlt und geliebt… Die Seele möchte glücklich sein! …Denn der Tod ist nicht der schlimmste Verlust… sondern das, was in uns stirbt, während wir leben. (Sylvia Raßloff)

Lange versuchen wir mit allen Mitteln, den Tod von uns und unseren Lieben fernzuhalten, bis er plötzlich vor der Tür steht… wie ein Dieb in der dunklen Nacht. Die Tatsache, vielleicht über Leben und Tod unseres geliebten Tieres entscheiden zu müssen, bereitet uns große Probleme. „Werde ich es wissen, wenn der Zeitpunkt gekommen ist?“ ist eine der Fragen, die wir uns immer wieder stellen. Auf gar keinen Fall möchten wir unser Tier leiden lassen, ihm große Schmerzen und einen unwürdigen Tod ersparen. „Ist das Leben noch lebenswert, trotz Einschränkungen… oder möchte es gehen… von seinem Leiden erlöst werden?“ Das und Vieles mehr sind Fragen, mit denen sich viele Tierbesitzer an mich wenden. Der Tierarzt beurteilt den körperlichen Zustand des Tieres. Doch es ist so wichtig, die Tiere selbst zu fragen, sie in diese wichtigste aller Entscheidung mit einzubeziehen.

Wir Tierkommunikatoren sprechen mit der Seele der Tiere, versetzen uns in die Tiere hinein, um herauszufinden, wie es ihnen geht, ob es körperliche Probleme oder Schmerzen gibt und um Fragen zu klären. Das ist die beste Möglichkeit, um herauszufinden, was in dem Tier vorgeht. Hier gibt es keine Erfahrungswerte, denn jedes Tier ist anders… jedes Empfinden, jede Krankheit und auch das „Altsein“ und wie sie damit umgehen. Klar ist… Die Tiere wissen, wann es Zeit ist, zu gehen… und sie sind durchaus in der Lage, ihren eigenen Zeitpunkt zu bestimmen. Viele Tiere sind mehr als bereit, ihren Körper zu verlassen und wünschen sich Unterstützung. Oft spüren sie schon länger, dass die Seele gerufen wird… schnuppern bereits viel auf der anderen Seite… auf den grünen Wiesen dort.

Sie wissen um den ewigen Kreislauf von Leben und Sterben und dass sich die Seele irgendwann wieder von einem Körper verabschiedet, um dahin zurückzukehren, wo wir alle hergekommen sind. Manche Antworten werden die Tierbesitzer allerdings überraschen. Es gibt viele Tiere, die gerne bis zum letzten Atemzug bei ihrem Menschen bleiben möchten… den Zeitpunkt des Todes selber wählen… Andere wiederum möchten warten, bis auch ihre Menschen soweit sind, sie gehen zu lassen, denn sie machen sich oft mehr Sorgen um uns, spüren unsere Angst, unsere Hilflosigkeit… und möchten uns noch ein bisschen begleiten… für UNS da sein, solange es geht… Und es gibt Tiere, die den Anschein geben, dass sie bereit sind, zu gehen, die plötzlich vom Krankenbett zurückkehren, um noch ein Jahr oder länger zu leben.

Es ist neben der tierärztlichen Beurteilung ganz wichtig, die Tiere selbst zu fragen, wie es ihnen geht, sich hineinzufühlen, wie stark die Schmerzen sind und sie zu fragen, ob und wann sie gehen möchten… und ob sie im Sterbeprozess unterstützt werden möchten. Tatsache ist, dass viele Tiere zu früh eingeschläfert werden… aus Angst, den richtigen Zeitpunkt zu verpassen oder Leiden zu verlängern. Doch wenn das Tier, die Seele des Tieres und der Besitzer selbst noch nicht soweit sind, kann es manchmal zu Komplikationen kommen. Oft bleiben Schuldgefühle zurück, die die Menschen noch viele Jahre belasten. Sie sind oft sehr lange nicht in der Lage, den Tod zu verarbeiten. Die Fragen „War es der richtige Zeitpunkt? War es zu früh? War mein Tier schon bereit, zu gehen? Habe ich richtig gehandelt?“ sind die häufigst gestellten Fragen, die ich von den Tierbesitzern nach dem Tod eines geliebten Tieres höre.

Deshalb heißt es, in dieser Phase wirklich sehr behutsam vorzugehen und sich von Niemandem zu einer vorschnellen Entscheidung drängen zu lassen. Das heißt nicht, der Entscheidung auszuweichen, sondern sich intensiv mit dem Tod und dem Abschied auseinanderzusetzen… das Tier zu hören! Nur das Tier selbst weiß um den richtigen Zeitpunkt… und die Herzen der Menschen, die ganz eng mit ihm verbunden sind! Viele Besitzer wissen um den richtigen Zeitpunkt, spüren, wann es soweit ist… doch oft sind sie so voller Angst und Schmerz, dass sie vor lauter Tränen nicht mehr klar sehen können… und sie brauchen Hilfe, das zu erkennen… wovor sie sich so lange fürchteten.

Die Tiere wissen, dass es etwas Großes gibt, das uns alle auffängt und dass wir alle dahin zurückkehren. Sie wissen, dass die Seele niemals stirbt und dass sie irgendwann ein neues Leben beginnt. Für sie hat der Tod nichts Erschreckendes. Er gehört zum Leben… wenn der Körper nicht mehr funktioniert, es keine Hilfe mehr gibt… ist es eine Erlösung. Doch sie geraten in eine große Unruhe und Verzweiflung, wenn sie spüren, dass wir Menschen nicht bereit sind, sie gehen zu lassen… obwohl es doch keinen anderen Weg mehr gibt…?!

Und DAS ist das Allerwichtigste, was wir in ihrem ganzen Leben FÜR SIE tun… Am Ende… SIE zu begleiten! Sie zu tragen, ruhig und stark! Diesen Weg mit ihnen zu gehen, der keine Umkehr mehr möglich macht. Das sind wir ihnen schuldig!
Die Tiere helfen uns… ihr ganzes Leben lang, tragen uns, sind für uns da… und dies ist der Zeitpunkt, wo sie UNS brauchen… all unseren Mut, unsere Kraft, unsere Zuversicht und Sicherheit… SIE zu tragen… ihnen zu helfen, stark zu sein… um sie ruhig, gesammelt und voller Liebe – mit dem ganzen Herzen – zu verabschieden. (© Sylvia Raßloff)

Und plötzlich sind sie grau geworden… ohne dass wir es bemerkten…

Lange haben wir versucht, die kleinen Zeichen zu ignorieren…
Doch dann ganz plötzlich, fast wie über Nacht… sehen wir ganz deutlich den grauen Schleier, der sich über Fell und Augen gelegt hat… werden vielleicht durch eine Krankheit plötzlich herausgerissen aus dieser unbeschwerten gemeinsamen Zeit… diesem Traum, dass alles einfach immer so bleibt, wie es ist… Eben noch war er doch noch ganz jung gewesen? Waren wir… Die Endlichkeit des Lebens klopft ganz leise an unsere Tür…

Spätestens dann fangen wir an, unsere Tiere ganz anders anzusehen! Liebevoll streift unser Blick über ihren Körper… auf der Suche nach Bestätigungen für ihr Wohlbefinden… oder etwas, das wir übersehen… beobachten jede kleine Veränderung, jede Appetitlosigkeit macht uns Angst. Und während er so daliegt… und schläft… ganz weit weg ist… weiter, als früher… möchten wir jeden Sonnenstrahl einladen, die müden Glieder zu erwärmen… das Licht bitten, mit seiner unendlichen Kraft jede Faser des geliebten Körpers zu durchströmen… um den Zeitpunkt… Das Unausweichliche… hinauszuzögern… in unendlich weite Ferne.

Wir gehen die Wege langsamer, als früher… die Berge weichen kleinen Hügeln. Momente, Augenblicke… Für die Ewigkeit?… In Gedanken versunken… ruhen unsere Augen sanft auf seinem Körper, prägen uns jede Kleinigkeit, jede Stelle ein… vergraben die Nase ganz tief in seinem Fell… den Geruch… dieses Gefühl festzuhalten… für die Zeit danach. Jede Zelle unseres Körpers ist so eng mit dem anderen verbunden… verkörpern unser gemeinsames Leben… die vielen Erlebnisse und Erinnerungen… „Immer warst du dabei!“ … und es tut schon fast weh, auch nur daran zu denken, dass der, der da neben uns geht… irgendwann nur noch im Geiste bei uns sein wird…

Und plötzlich wird uns bewusst, wieviel Zeit wir “verloren”… oder einfach vergeudet haben… Jeder Tag, jede Stunde… gemeinsam… die wir nicht nutzten… Die Jahre sind so schnell vorbei… Die Zeit… so kostbar… Das Leben… Haben wir genug gegeben? Die Zeit mit unseren alten Tieren ist etwas ganz Besonderes! Es ist eine Zeit der Erkenntnisse, die wir durch ihre unendliche Weisheit über uns und über das Leben erfahren! Wir sollten jeden gemeinsamen Tag genießen… solange sie bei uns sind… dankbar und glücklich über jeden weiteren! (Sylvia Raßloff)

“Alles, was wir aussenden, kehrt irgendwann zu uns zurück… Wir sind Energie… Alles ist Energie… und alles ist mit allem verbunden… Wenn wir das einmal begriffen haben… wirklich verstanden haben… dann wird es uns nicht mehr egal sein, was wir tun… wie wir leben… handeln… was wir anderen antun… nein, nicht einmal, was wir denken… Denn jeder Gedanke ist nicht nur in unserem Kopf… Er reicht von uns selbst… bis zum Universum… Er ist Energie, die transformieren kann… ja, sogar Materie… Quanten, die sich als etwas Reales manifestieren… und wir sind im Mittelpunkt des Geschehens… in diesem riesigen Meer aus Energie, das uns alle umgibt, das alles mit allem verbindet… das alle Informationen enthält von allem, was existiert auf der Welt… und je existierte… mit dem wir ständig Informationen austauschen, die Welt wahrnehmen und verändern können… unabhängig von Raum und Zeit… senden und empfangen… in Resonanz gehen… Jeder von uns ist ein kleiner Teil vom Ganzen… und mit allem, was wir aussenden, erschaffen wir unsere Zukunft.” (Sylvia Raßloff)

“Unsere Leben gehören nicht uns. Von der Wiege bis zur Bahre sind wir mit anderen verbunden. In Vergangenheit und Gegenwart. Und mit jedem Verbrechen und jedem Akt der Güte erschaffen wir unsere Zukunft.” Sonmi-451 in Cloud Atlas

Du hast mich durch die Nacht geführt…

Das hat mir mal eine Schülerin meiner Tierkommunikations-Seminare geschrieben, nachdem ich ihr bei der Suche nach einem entlaufenen Hund geholfen habe… und es ist auch die passende Überschrift für die Geschichte zur Suche nach Cupido… Zwei Tage, zwei Nächte… Hoffen und Bangen, Verzweiflung und Angst…

„Cupi und Kotta sind weg… schon seit ein paar Stunden…“ war die erste verzweifelte Nachricht, die ich erhielt… “Wie?” „Mit Schleppleine beim Gassi… Cupi hat die Schleppleine dran… Ein Hase sprang in der Nähe auf…“ und ja, es ist genau dieser Moment, vor dem wir uns alle fürchten… „Wir sind mit dem Auto hierher gefahren zum ausgedehnten Spaziergang mit dem ganzen Rudel… und plötzlich…“ “O.K. Bleibt dort! Sie kommen bestimmt wieder!!!” schrieb ich beruhigend… denn ich spürte bereits die Angst… Es waren bereits Stunden… ZU VIELE Stunden… Warten, Herumlaufen, Suchen… Nichts… O.K. Erst mal organisieren… Die Zeit drängt… Es wird bald dunkel… “Hast du jemanden, der dir hilft?”… „Nein… Ja… später… Eine Freundin…“ kommt es völlig durcheinander… „Wir müssen das Wohnmobil holen… Wenn es sein muss, die Nacht hier verbringen…“ Alles ist nass… Es tobt ein Sturm… Regen peitscht… die Wiesen unter Wasser… Ich höre ihre Tränen… „Ich weiß nicht mehr weiter… Wir sind völlig durchnässt… Meine Brille ist nass… Ich seh nichts…“ kommt es kurzatmig als Nachricht bei mir an… Ich kann es fühlen, ja… Mein Herz klopft bis zum Hals… Es schnürt mir die Kehle zu… “Wo seid Ihr…?” „Kottaaaa, Cuuuupi…“ Ich höre, wie die Rufe immer verzweifelter werden… im Wind verhallen, erstickt im Sturm. Die Bäume biegen sich, der Himmel grau… immer dunkler werdend.

“Noch ist nichts verloren… Sie kommen bestimmt zurück…” versuche ich mich und Ebby zu beruhigen. Erste Bilder kommen an… blitzen auf, sind wieder weg… wie in einer rasenden Zugfahrt… Die Landschaft rauscht vorbei… Boden, Gras, Büsche, Sturm, Regen… aus den Augen derer, die ich suche… nicht klar, nicht greifbar… Konzentrier dich! Plötzlich ein Stopp… Irgendetwas hat seinen Kopf herumgerissen… wie ein Schlag von der Seite, aber da war nichts… Die Leine!… Sie ist hängengeblieben im Laufen! Es muss die Leine sein, die am Halsband hängt. Hoffentlich… Wo? „Wo bist du Cupi? Wo seid Ihr?“ Ich habe Gänsehaut… mir ist plötzlich kalt, obwohl ich hier im Warmen sitze. Kurzatmig, Herzklopfen. „Was machen wir nur? Was ist, wenn was passiert ist? Cupi, wo bist du?“ Dann die ersten klaren Bilder… Gefühle… Cupi geht vor. Zurück. Zieht. Hektisch. Verzweifelt. Wird festgehalten… Cupi hängt fest. Kotta? Ich sehe sie nicht. Aus seinen Augen… “O.K. Was siehst du?” Er ist in einem Gestrüpp, über ihm hängen Zweige, ganz tief herunter und biegen sich im Wind… Es ist laut… Regen… Beängstigend… Hinter ihm geht es leicht hoch, aber das sehe ich nicht. Nur das, wo er hinschaut… Wiese/Feld… ein Graben vor ihm… In der Entfernung eine kleine Straße… Das sehe ich nur, weil da ein Auto fährt, von rechts nach links. Es ist weiß/hell. Dort sind wieder ein paar Bäume, Büsche entlang der Straße… des Feldes, genau kann ich es nicht sehen. Mist! Ist der Zug in der Nähe? Ich weiß es nicht. Höre nichts? Irgendetwas Markantes? Irgendetwas, woran man festmachen kann, WO er ist? Ist es weit? Ist es nah? Wie weit sind sie gelaufen? Ich gebe alles genauestens an Ebby weiter, jedes Detail und ich bin froh, dass meine Freundin aus der Schweiz, die bei mir die Tierkommunikation erlernt, zur Unterstützung dabei ist. Sie hat genau das auch gesehen aus seinen Augen und zeichnet eine Skizze für Ebby, was oft eine große Hilfe für die Suchenden sein kann, um den Ort zu beschreiben.

Sie suchen und suchen, inzwischen sind Gott sei Dank noch Helfer vor Ort. Mit trockenen, warmen Klamotten… „Hier könnte es sein. Nein. Weiter.“ Immer weiter… „Nichts…“ Ebby schickt Fotos von der Umgebung, wo sie suchen… immer wieder… Felder, Wiesen, Bäume, Büsche, Gräben… Das Gebiet ist so weitläufig und langsam wird mir klar… Das kann überall sein… Wir haben keinen konkreten Anhaltspunkt! „Cupi? Wie geht’s dir? Bist du noch dort? Du musst die Leine durchbeißen!!!“ Ich zeige ihm, visualisiere immer wieder, wie er mit den Zähnen entschlossen an der Leine nagt! „Ja, SO! SO! Mach weiter!“ Ich fühle mich hinein… Ist er verletzt?… Spüre nur Kälte und Herzklopfen, mehr nicht… Wo ist Kotta? Fällt es mir plötzlich siedendheiß ein… Er hat mir Kotta nicht gezeigt… Kotta??? Dann sehe ich sie… aus den Augen von Cupido?… wie sie aufgeregt hin und her läuft. Panisch. Weiß nicht, was tun? Immer wieder läuft sie viele Meter vor, dreht sich herum, fordert Cupi auf, doch mitzukommen… wieder zurück… Verzweiflung… Panik in ihren Augen… Sie muss eine Entscheidung treffen… Inzwischen ist es stockdunkel. Sie brechen die Suche ab. „Es hat keinen Zweck mehr.“ Das Wohnmobil steht allein auf der Wiese… an dem Ort, an dem sie entliefen… mitten im Sturm, im Regen… eine kleine Zuflucht der Hoffnung… an Schlaf nicht zu denken, ein bisschen Wärme nur… und völlige Erschöpfung… Der Gedanke unerträglich, dass sie allein da draußen sind… in Not… und wir sie nicht finden…

Plötzlich die Nachricht… „Kotta ist da!!!!!!!!!!!! Kotta ist DA!!!!!!!!!!“ Stand einfach am Wohnmobil… Einfach so… Zitternd… Völlig fertig… Die kleine Ungarin. Die so viel Schlechtes erlebt hatte… so voller Angst war, früher… SIE hat zum Wohnmobil zurückgefunden. Die tapfere Maus! Völlig durchnässt. Erst mal abtrocknen… aufwärmen… bis sie nicht mehr zittert, sich etwas erholt hat… „Wir gehen nochmal los… Vielleicht kann sie uns zeigen, wo Cupi ist, uns hinführen…“ Nichts… Kotta lief an lockerer Leine durch die Dunkelheit, Ebby ließ sich führen… doch irgendwann brach sie ab… Nein… Einfach zu viel für sie… „Morgen ist ein neuer Tag.“ Es ist zu spät schon. Als ich im Bett liege, kann auch ich nicht schlafen und ich bitte meinen Engel, nach ihm zu schauen, über ihn zu wachen und ihre schützenden Flügel über ihn auszubreiten… und dann sehe ich ihn… Cupi liegt da, mein Engel neben ihm. Sie lockert und entwirrt ganz vorsichtig die Leine, die sich um seinen Körper gewickelt hatte… Cupi liegt ganz ruhig da, ganz flach auf der Seite… und das Letzte, was ich sehe, bevor ich einschlafe ist… Er hebt seinen Kopf und schaut zu mir… mit seinen wunderschönen Augen… ganz tief in meine… Sie sind voller Traurigkeit… „Es tut mir leid… Ich wollte das nicht…“ steht in ihnen geschrieben und mir schnürt es die Kehle zu… “Was heißt das? Muss er sterben?”… Mein Engel ist bei ihm, sie wird ihm helfen… ich habe sie gerufen… um Hilfe gebeten… gebetet… Mein Engel ist bei ihm… wir sind bei ihm… mein Engel ist bei ihm… Sie wird ihn wärmen… ihm helfen, diese Nacht zu überstehen…

Am nächsten Morgen ist mein erster Gedanke beim Aufwachen… bei Cupi und seinen Menschen. Es ist kälter geworden… eisige Böen fegen über das Land. „Kotta wollte nicht rausgehen… nicht mal Wissi machen… Sie war durch nichts zu bewegen, das Wohnmobil zu verlassen.“ …. (Pause) „… Nichts Neues von Cupido…“ O.K. Ich versetze mich hinein… Keine wechselnden Bilder… Kein neues Bild… Ich sehe immer noch dasselbe… „Verdammt! Lebt er noch? Was fühle ich?“ Nichts… Es fühlt sich so leer an. So still. War doch was Schlimmeres passiert, als sein Kopf herumgerissen wurde? Ist er allein da draußen gestorben? Ich habe Angst… nehme mein Pendel. „O.K. Er lebt. … Aber er kann nicht zurück…“ spreche ich zu mir selbst. Plan B! „Ebby, wir müssen Frank Weißkirchen anrufen! Sonst geht uns wichtige Zeit verloren! Am besten gleich! Auch er muss planen! Er wird unsere letzte Rettung sein. Er wird Cupi mit seinem Suchhund finden! Er ist der Beste. Er muss kommen.“ Cupi ist in Not! Kann sich nicht alleine befreien… und wir finden ihn nicht… Klar, er ist gerade im Einsatz… Später ruft er zurück und kann Ebby etwas beruhigen, etwas Hoffnung machen, aus seiner Erfahrung heraus! Es ist noch nicht alles verloren! Aber er kann nicht gleich losfahren. Klar nich! Ist ja woanders am Suchen. „Wenn Cupido bis morgen früh nicht da ist, bitte anrufen, dann fahre ich los!“ O.K. Es fühlt sich gut an, zu wissen, dass Hilfe kommt.

Ich werde etwas ruhiger und muss mich auf meine anderen Fälle besinnen, auf die anderen Notfälle, die ich noch habe… denen es nicht gut geht, die warten… Mäxchen, Bella, Krümel… Also umschalten, weg von meinen Gedanken, die um Cupi kreisen… Ich muss weitermachen. Ich weiß, die Suche geht vor Ort weiter und Franzi ist bei ihnen als meine Unterstützung. Die Bilder, die von ihm kamen werden nochmals analysiert… Wo könnte es sein? Was hört er? Der Zug ist weiter weg! Von wo hat er ihn gehört? O.K. Nochmal und nochmal alles abgesucht… weiter… immer weiter. Am Nachmittag immer noch nichts Neues von Cupi. Die Kräfte, die Hoffnungen schwinden vor Ort. Und bald wird es wieder dunkel… Plötzlich sehe ich zwischendurch ein Bild… Eine Wiese… und Himmel… mehr nicht. Mehr zeigt mir Cupi nicht. „Franziska?“ Ja, sie hat ihn auch gesehen „Er läuft… aber langsam… und er humpelt hinten links etwas… Mitten auf einer Wiese.“ „Ist jemand beim Wohnmobil? Falls er zum Wohnmobil zurückkommt?“ Cupi taucht nicht auf… und auch die nächsten Stunden nicht… „Hatte er sich bewegt auf der Wiese?“ Ich fühle nochmal nach… Bin am Zweifeln… Warum hat er mir den Himmel gezeigt?“ Doch Franziska hatte ihn auch gesehen und es ist immer gut, wenn man sich gegenseitig bestätigen kann, unterstützen, bei einer mehrtägigen Suche.

Abends dann plötzlich… kommen wieder Bilder bei mir an… „Ich glaub ich spinne…“ schreibe ich… „Ich seh ein Bauernhaus… ein flaches, älteres… alleinstehend… Nebengebäude, verfallen… Wie unbewohnt.“ gebe ich weiter. Gut, Franzi hat es auch gesehen. Wir beschreiben so gut wie möglich alles, was wir sehen und die Details, die im Dunkeln zu erkennen sind… und Ebby wusste dann aufgrund dessen auch, wo in der Gegend so etwas ist… das Einzige infrage kommende. „Die Suchhelfer fahren sofort hin, machen Bilder dort…“ „Ja! Die Details stimmen…“ Auch die weiße Wanne liegt dort… „Er hat zum Haus geschaut und gezögert… dann ist er von dort aus nach rechts weitergegangen, habe ich gesehen.“ Wir schreiben hin und her und für Ebby wird es im Dunkeln schwer und die Finger sind kalt… „Tut mir leid…“ schreibt sie… aber wir wissen mit jedem Satz, was sie meint, auch wenn Buchstaben fehlen oder verdreht sind… Wir sind verbunden! Dann sehe ich wie eine Unterführung, Beton am Boden, Wasser… aus Cupis Augen und ich freu mich so… „Endlich, er bewegt sich… Die Bilder wechseln! Er zeigt mir wieder Bilder! Er bewegt sich!!!“ Jedoch keine Gefühle… Es ist, als bewegt er sich automatisch, wie paralysiert, in einem anderen Modus, wie außerhalb seines Körpers, als würde er gelenkt und ich kenne das bereits von anderen Suchen. Fieberhaft wird nun hin und her geschrieben, Informationen und jedes kleinste Detail weitergegeben und bei denen vor Ort fieberhaft überlegt, wo das sein könnte. „O.K. Sie wissen, wo das ist. Könnte eigentlich nur das sein!“ Auch hier fahren sie hin, machen Bilder… Ein Pfotenabdruck in feuchter Erde… Cupi?

Inzwischen ist es nach 11 Uhr abends und ich muss schnell noch mein Geschirr vom Abendessen wegräumen… da schießt es mir plötzlich in den Kopf „Er geht nach Hause!!!!!!!!! Er will nach Hause!!!!!” (Na klar!) „Ebby!!!“ die inzwischen völlig am Ende ist… „Wie weit ist es von dort zu euch nach Hause???“ schreibe ich hektisch!!! „Rund 1,5 km vielleicht…“ kommt nach einer Weile zurück… „Er will nach Hause Ebby!!!!! Kam eben bei mir an! Er ist auf dem Weg nach Hause!“ Ich bin ganz aufgeregt und plötzlich ganz ruhig. Bevor ich in dieser Nacht einschlafe, hole ich mir die Karte vor mein inneres Auge und visualisiere, beleuchte den Weg nach Hause von oben… für Cupi… ganz hell leuchtend… Dann schlafe ich ein…

Und am Morgen kommt sie dann… Die wunderbarste, schönste und alles erlösende Nachricht… „Cupi steht bei Hans in der Küche! Er ist nach Hause gekommen! Völlig fertig! Aber er ist DA!!! Ohne Leine, ohne Halsband und offensichtlich ohne größere äußere Verletzungen!“ WOWWWWWWW!!! Was für ein Glück… Ich könnte die ganze Welt umarmen und tanzen und lachen und anstoßen mit all denen, die dabei waren, an ihn gedacht haben und geholfen haben! Ich danke dem Universum und meinem Engel, denn es gibt so Viele, die nie mehr heimkommen… Cupi stand der Schock in den Augen geschrieben, er hat sichtlich abgenommen… der Schreck, die Panik in allen Gliedern… Schmerzen an der Schulter, Ellenbogen und Bein, ach eigentlich tat ihm alles weh… und sicher heute noch. Er war so schwach, dass er nicht mal auf alleine auf seinen Platz auf der Couch hoch konnte… aber er hat gefressen… und kann sich nun erholen…. Seine Wunden an den Lefzen, am Zahn, die Dornen am Körper zeugen von dem, was er erlebt hat… und natürlich sein Blick… „Du tapferer Bursche, du lebst!!! Du hast es geschafft!!! Und ich bin wahnsinnig stolz auf dich!!!!!!!“

Und das war die Nachricht von Ebby danach: “Wow , ja so ist es gewesen ! Karina, die bei der Suche in der letzten Nacht geholfen hat , war gestern Abend noch bei uns. Dieses junge Mädel hat so geweint, sie ist so beeindruckt, was man mit Tierkommunikation alles erreichen kann. Die ganzen von Dir genannten Stationen haben sie gefunden und genauestens abgesucht ! Immer wieder kam von Ihr und den anderen beiden jungen Menschen: “Das ist ja völlig irre, wie kann sie das wissen!!!” Am überzeugendsten war diese Wanne!! Die von Franziska so wie Dir beschrieben wurde und die jungen Leute dort wahrhaftig vorfanden. Diese Nacht mit so einer TK schweisst und prägt das ganze Leben !Ich bin so Dankbar dafür, dass diese jungen Leute diese Erfahrung machen durften !!! Cupi ist immer noch kaputt , hat heisse Ohren, ich glaube, er muss den Stress noch verdauen. Ansonsten hat er einen wahnsinns Hunger .”