Schlagwortarchiv für: Tiere-verstehen.com Texte Sylvia Raßloff

Fast täglich spreche ich mit Menschen, deren Tiere sehr krank sind oder die ihre Tiere verloren haben… spüre ihren Schmerz, ihre Trauer, ihre Hilflosigkeit… Viel zu oft ist es der Fall, dass die Tiere plötzlich, ohne Vorwarnung gehen – oft zu jung, um zu sterben – eine schwere Krankheit, ein schlimmes Ereignis sie aus dem Leben reißt…

Manchmal ist es so schnell vorbei….

Manchmal ist heute schon die Erinnerung von morgen… Augenblicke werden zu Bildern der Vergangenheit… Berührung zur Sehnsucht… Ich hab doch eben noch dein Fell gespürt?… deinen Geruch gerochen? Plötzlich sind sie… Engel, irgendwo… doch hier nur der tote Körper. Kalt. Gestern noch… warst du da…

Und wir dachten, wir hätten noch ewig Zeit… Wir denken immer… wir haben noch ewig Zeit… Dinge zu erledigen, zu verzeihen, zu reden, zu berühren, zu lieben… ZU Leben.

Es kann so schnell vorbei sein… und wir können nichts zurückholen. Nur die Erinnerung… Die Sehnsucht. Der Schmerz bleibt… das Bedauern… die verpassten Gelegenheiten. Deshalb sollten wir tanzen und lachen und Feten feiern, über die Stränge schlagen… mit denen, die wir lieben… das Leben leben und alles in uns aufsaugen, so sehr es nur geht! Jeden Augenblick, jeden wunderbaren Moment… denn Egal, wie groß oder klein die Pfoten sind…

Bereits, wenn wir ihnen begegnen, wissen wir, dass sie uns nur eine gewisse Zeit begleiten werden. Weil sie Engel sind… die gerufen werden… zurückzukehren, irgendwann… und immer zu früh. Dass sie Flügel haben… wie sehr sie uns unterstützt und getragen haben, merken wir dann… wie unendlich tief wir fallen, wenn sie gehen.

(© Sylvia Raßloff)

“Der morgige Tag oder das nächste Leben… was zuerst kommt, wissen wir nie.” (Tibetisches Sprichwort)

Jedes Jahr zur Urlaubsszeit können die Tierheime im In- und Ausland ein Lied davon singen… Wie jedes Jahr… werden wieder unzählige Tiere abgegeben, ausgesetzt… einfach irgendwo zurückgelassen …

Warum nur… habt ihr euch dieses Tier einst angeschafft? Weil es einmal klein und niedlich war?

Tiere kosten Geld, machen Arbeit, Dreck… müssen erzogen werden… Sie können krank werden… brauchen Zeit, Aufmerksamkeit und Beschäftigung… machen auch mal was kaputt – vielleicht – Sie leben! Sie brauchen Liebe! Sie sind keine Ware, keine Wegwerfartikel… kein Spielzeug… Sie haben eine Seele, Gefühle… empfinden Liebe, Trauer, Einsamkeit und Schmerz…

Sie wollen LEBEN, lieben, lachen… sich freuen. Wir sind ihre Familie! Sie tun alles für uns… spenden Trost, hören uns zu, schenken uns ihr Herz und ihr vollstes Vertrauen… ihre Liebe, ihre Treue… bis zum letzten Atemzug! Sie wenden sich nicht von uns ab… gehen jeden Weg mit uns… und sei er noch so steinig. Sie fragen nicht… sie gehen ihn einfach mit. Bei ihnen gibt es die Option „Verlassen“ nicht…

Sie legen ihr Herz in unsere Hände… bis zum Schluss!

Tiere zu haben, ist kein Hobby… Es ist eine Lebenseinstellung! Das heißt, auch noch da zu sein… wenn Zeiten sich ändern, so wie sie für uns! Verantwortung zu übernehmen… FÜR ein Leben. Sie zu verlassen, im Stich zu lassen… ist der größte Vertrauensbruch… der größte Schock… das einschneidendste Erlebnis, was man einem Tier je antun kann. Sie sind Familienmitglieder!

Würdet Ihr eure Kinder auch einfach so weggeben? … weil plötzlich Zeit und Geld fehlt, weil es krank wird… weil Ihr umzieht oder einfach nur in den Urlaub fahren wollt… es plötzlich im Weg ist… weil sich Lebensumstände ändern?!

Denkt BITTE darüber nach, BEVOR Ihr euch ein Tier anschafft!!!

© Sylvia Raßloff

Einfach mal aussteigen aus den ganzen schrecklichen Nachrichten, den grausamen Bildern, dem Leid… um das sich viel zu oft alles dreht in den Gedanken… sich immer enger schnürt ums Herz… leider. Es ist so wichtig! Einfach rauszugehen, durchzuatmen… das Schöne zu sehen… einfach nichts denken, nur fühlen, atmen, vertrauen… LEBEN. Auch wenn es oft so schwer ist, einfach unbeschwert zu sein… Tut es! Das Leben ist so kurz… viel zu kurz… Genießt die Zeit in der Natur! Die Zeit mit euren Lieben und den Tieren… Wandern, radeln, Gassi gehen… lachen… verrückte Dinge machen! Egal, was! Das Leben ist Jetzt… da wo du bist… und immer das, was du draus machst… in jedem einzelnen Moment, der unwiederbringlich ist…

In diesem Sinne… Habt ein wunderschönes Wochenende ♥

Sie sind es… die uns den Glauben an die Liebe niemals verlieren lassen…

Vielleicht sollten wir nicht immer auf das schauen, was uns fehlt/fehlte, welche Verluste und Verletzungen wir erlitten haben, welche Ängste uns quälen, was wir in der Vergangenheit Schlechtes erlebten… sondern auf das, was daraus entstanden ist… und erwachsen kann… was wir lernten und wohin es uns führte… führen kann. Man kann so Vieles im Leben nicht rückgängig machen… nicht in der Vergangenheit verändern, was uns widerfahren ist… und deshalb bringt es nichts, darin zu verharren, sondern nach vorne zu schauen.

Man sagt, was uns im Leben an Energie genommen wird, kehrt mehrfach zu uns zurück. Und es liegt an uns, dies zu erkennen und dankbar anzunehmen, ja weiterzugeben, indem wir endlich anfangen, negative Gedanken, Gefühle und Ereignisse abzulegen und das Hier und Jetzt zu sehen… uns selbst zu umarmen – das Innere Kind, das so lange darauf gewartet hat, dass du es liebst, dich selbst liebst und annimmst, wer du bist und was du erlebt hast – ja, anfangen, nicht auf das zu schauen, was fehlte, sondern dankbar zu sein für alles, was das Leben uns gerade dadurch schenkte!

Der, der zu wenig Liebe bekam, wird sie umso mehr weitergeben, weil er weiß, wie groß die Sehnsucht danach war. Der, der den Schmerz erlebt, der den Verlust erfahren hat… der mit der Angst kämpfte, mit sich selbst haderte, die Traurigkeit tief in sich spürte, Ablehnung und Unzulänglichkeit… und es doch schaffte, zu überleben, aufzustehen und weiterzugehen… ist der, der es auch schafft, über sich hinaus zu wachsen! Oh ja, man sagt, dass gerade die, die den Schmerz erfahren haben, besonders gut darin sind, anderen genau in diesem Bereich zu helfen.

Genau so, wie die Tiere das tun, die so viel Schlechtes erlebt haben… Die, die die Narben tragen. Sie sind es, die den Schmerz tief in den Seelen erkennen und heilen können, weil es ihr eigener ist. Und die tausendfach zurückgeben, was ihnen einst genommen wurde…

(Sylvia Raßloff)