Vielleicht sollten wir nicht immer auf das schauen, was uns fehlt/fehlte, welche Verluste und Verletzungen wir erlitten haben, welche Ängste uns quälen, was wir in der Vergangenheit Schlechtes erlebten… sondern auf das, was daraus entstanden ist… und erwachsen kann… was wir lernten und wohin es uns führte… führen kann. Man kann so Vieles im Leben nicht rückgängig machen… nicht in der Vergangenheit verändern, was uns widerfahren ist… und deshalb bringt es nichts, darin zu verharren, sondern nach vorne zu schauen.

Man sagt, was uns im Leben an Energie genommen wird, kehrt mehrfach zu uns zurück. Und es liegt an uns, dies zu erkennen und dankbar anzunehmen, ja weiterzugeben, indem wir endlich anfangen, negative Gedanken, Gefühle und Ereignisse abzulegen und das Hier und Jetzt zu sehen… uns selbst zu umarmen – das Innere Kind, das so lange darauf gewartet hat, dass du es liebst, dich selbst liebst und annimmst, wer du bist und was du erlebt hast – ja, anfangen, nicht auf das zu schauen, was fehlte, sondern dankbar zu sein für alles, was das Leben uns gerade dadurch schenkte!

Der, der zu wenig Liebe bekam, wird sie umso mehr weitergeben, weil er weiß, wie groß die Sehnsucht danach war. Der, der den Schmerz erlebt, der den Verlust erfahren hat… der mit der Angst kämpfte, mit sich selbst haderte, die Traurigkeit tief in sich spürte, Ablehnung und Unzulänglichkeit… und es doch schaffte, zu überleben, aufzustehen und weiterzugehen… ist der, der es auch schafft, über sich hinaus zu wachsen! Oh ja, man sagt, dass gerade die, die den Schmerz erfahren haben, besonders gut darin sind, anderen genau in diesem Bereich zu helfen.

Genau so, wie die Tiere das tun, die so viel Schlechtes erlebt haben… Die, die die Narben tragen. Sie sind es, die den Schmerz tief in den Seelen erkennen und heilen können, weil es ihr eigener ist. Und die tausendfach zurückgeben, was ihnen einst genommen wurde…

(Sylvia Raßloff)

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