Der Lockdown war eine Zeit für die Natur, um sich zu erholen und auch so vielen Menschen hat es gut getan, in die Stille zu gehen, die Natur zu genießen, ja, Zeit zu haben, sich ihrer wundervollen Vielfalt wieder bewusst zu werden.

Und genau deshalb trauern nun Viele dieser Zeit nach. Ja, es war in dieser Hinsicht eine besondere Zeit… und doch hat es nicht gereicht, etwas zu verändern, denn es ist so unendlich viel, was im Argen liegt… was keinen Aufschub mehr duldet, was mehr denn je unsere Aufmerksamkeit, unser Hinsehen und unser aller Verantwortung braucht – ja, die Verantwortung jedes Einzelnen, um wirklich eine grundlegende Veränderung für Mutter Erde und die Natur herbeizuführen.

Denn eigentlich ist es bereits fünf nach zwölf! Wir haben keine Zeit mehr! Die Natur geht mehr und mehr verloren… und damit alles, was für unsere menschliche Existenz auf Dauer überlebenswichtig ist. (Oh nein, die Natur braucht uns nicht… aber wir brauchen sie!) Wir alle spüren bereits deutlich die Folgen des Klimawandels. Und wenn es so weitergeht, wie bisher, dann zeichnet sich insgesamt ein düsteres Bild! Wir haben eine globale Artenkrise! Millionen von Tier- und Pflanzenarten sind weltweit bedroht… Korallen, Amphibien, Meeressäuger…

Die globale Biomasse der wild lebenden Säugetiere ist seit Beginn des 20. Jahrhunderts um 82 Prozent geschrumpft. Die der Insekten in den letzten 30 Jahren um fast ein Drittel. In Deutschland befinden sich 69 Prozent der Lebensräume in einem beklagenswerten Zustand, ebenso 63 Prozent der Arten… Schmetterlinge, Käfer, Insekten. Der Bestand der Feldvögel ist millionenfach zurückgegangen. Ja, die Natur geht verloren… und wenn Ökosysteme zusammenbrechen, verliert die Erde die Fähigkeit, Nahrung zu produzieren und Leben zu erhalten. Es ist die Grundlage unserer Existenz!

80 Prozent des Verlustes der Biodiversität ist der intensiven Landwirtschaft geschuldet, vor allem der Fleisch- und Milchproduktion! Auf 60 bis 70 Prozent der globalen Landwirtschaftsfläche weiden „Nutztiere“ oder wachsen Futtermittel. Zugleich liefern Tiere nur 18 Prozent der Lebensmittelkalorien! Nutztierhaltung verstärkt zudem durch die Treibhausgasemissionen massiv den Klimawandel, der wiederum den Artenschwund weiter vorantreibt! Ja, Natur- und Umweltschutz beginnt auch auf unserem Teller! Denn auch damit tragen wir Verantwortung für alles, was geschieht auf dieser Welt!

Deutschland allein ist durch die Importe von Soja als Futtermittel für die Rodung von etwa 1 Million Tropenwald indirekt verantwortlich! Um die millionenfache weitere Rodung von Quadratkilometern Regenwald zu verhindern, muss der Fleischverbrauch sinken. Brauchen wir wirklich 80 Kilogramm jährlich pro Kopf? (Abgesehen von den gesundheitlichen Risiken, die dadurch entstehen können.) Die Massentierhaltung gehört endlich abgeschafft… Die Art, wie wir unsere Tiere halten, quälen, töten, werden wir in Zukunft in allen Bereichen büßen müssen. Es kommt alles auf uns zurück…

Die Gülle, die Überdüngung der Felder, die Insektizide usw. haben schon so viel zerstört und vergiftet… und all das wird immer noch durch milliardenschwere Subventionen gefördert… (Übrigens auch der Fischfang, der zur weltweiten Dezimierung der Fischbestände beiträgt.) Wir brauchen wieder Wildnis, ursprüngliche Wälder… und nicht Holz, das zum Heizen verwendet wird. Wald und Schutzgebiete, naturbelassene Moore und Sümpfe können Millionen von Treibhausgasen binden und den Klimawandel bremsen.

Die EU-Länder importieren Agrar- und Holzprodukte, deren Herstellung mehr als 600 000 Quadratkilometer Land außerhalb Europas beansprucht. Ja, es geht uns alle an! Es ist unser ökologischer Fußabdruck, den wir weltweit hinterlassen. Die letzten unberührten Urwälder schrumpfen, Lebensräume und Artenvielfalt gehen massiv zurück… All das und die Meere müssen unter Schutz gestellt werden, um noch etwas zu retten… sonst haben wir den ökologischen Kipppunkt überschritten… mit schlimmen Folgen für die Ernährung, die Trinkwasserversorgung und den Schutz vor Naturkatastrophen…

warnen Experten, Biologen, Mediziner, Ökonomen und Forscher in einem jetzt erschienenen Diskussionspapier zu den Folgen der globalen Artenkrise (Quelle: Der Spiegel). Ja, Ihr Lieben, es gibt so viel zu tun und zu verändern! (Der Lockdown war nur eine kurze Verschnaufpause!) Wenn wir es nicht tun, vorantreiben, fordern… Wer dann? Es kann nicht sein, dass Macht und Geld unser aller Umwelt für immer zerstört. Das dürfen wir nicht zulassen! Für uns… und für die, die nach uns kommen.

Es geht uns alle an!

(Sylvia Raßloff)

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