Ich habe schon mit unendlich vielen alten Tieren gesprochen… daher weiß ich, was sie so oft sagen möchten, wenn sie uns so anschauen…

„Alles geht nicht mehr, wie früher… Ich spüre meinen Körper… wenn es hier und da schmerzt… spüre, wie die Kraft schwindet… Was früher so leicht war… ist jetzt oft so schwer… Die Welt verschwimmt vor meinen Augen… ich sehe die Schmetterlinge nicht mehr… Deine Stimme ist weit weg… und war früher doch so nah… Es ist so wichtig, dass ich weiß, du bist da… Wenn der Boden unter den Füßen plötzlich bebt… mir die Beine versagen… habe ich Angst, doch ich weiß, der Weg ist nicht mehr weit… ich gehe irgendwann ins Licht… Halt mich bis dahin… Bitte verlass mich nicht… Oft bin ich weit weg, in meinen Träumen… auf den grünen Wiesen dort… Da ist alles ganz leicht… Irgendwann bin ich dort. Die Welt hier wird dunkler… jeden Tag ein bisschen mehr… Nein, ich habe keine Angst, zu gehen… denn dort drüben gefällt es mir sehr. Angst machen mir nur deine Sorgen… deine Tränen auf meinem Fell. Ich spüre deine Liebe… ach könntest du es doch sehen… Dort ist es hell!… spüren, wie schön es dort ist… wo wir alle hingehen. Dort ist es warm, dort ist das Licht… einfach einschlafen können… ich fürchte mich nicht… Nein, ich möchte nicht, dass Ihr weint… denn ich weiß, irgendwann sind wir wieder vereint. Ich bin und bleibe da, in euren Herzen ein großes Stück, es ist nur der Körper… die Schwere, die Schmerzen… die leere Hülle… lasse ich zurück. Glaube mir… ich will dich nicht verlassen… aber ich muss… Hülle mich ein, halte mich, liebe mich… bis zum Schluss.“

© Sylvia Raßloff

Doch bis dahin werde ich versuchen… jeden Tag, jede Stunde… mit dir zu genießen… so sehr ich kann… Bild an Bild… Erinnerung an Erinnerung… Gefühl an Gefühl… ja, deinen Geruch… unser Lachen… unsere innigen Momente… Augenblick an Augenblick… in meiner Seele zu archivieren… in meinem Herzen zu speichern… dich einzuhüllen… in mir… den größten Schatz auf Erden… für die Zeit danach… Ich weiß, es wird nie genug sein… Irgendwann… aber ich werde es versuchen…

© Sylvia Raßloff

„Auf dass wir die Liebe, die Hoffnung, die Zuversicht, das Leben… das Lachen, das Vertrauen, den Mut… nie verlieren und jede Minute, jede Stunde als so wertvoll erachten, wie sie ist…“

© Sylvia Raßloff

„Loslassen, sagen sie…

Doch… wie geht das? Weniger lieben… weniger vermissen… Die Sehnsucht Stück für Stück kleiner hacken… Ich will dich nicht loslassen… Das geht nicht!

Trauer ist wie ein großer Felsbrocken… der uns anfangs zu ersticken droht… Doch mit der Zeit hacken wir ihn Stück für Stück kleiner… und den Rest stecken wir uns in die Tasche und tragen es mit uns herum.

Und immer wieder… in stillen Momenten… suchen wir mit unseren Händen die kleinen Brocken… lassen sie durch die Finger gleiten… voller Wehmut… voller Erinnerung… … und einem Lächeln…

Es kommt zurück… ganz leise… Die Freude, die Dankbarkeit… über das, was war… Doch dieses Ziehen im Herzen… das von der Gewissheit kündet, dass etwas fehlt… die Sehnsucht… meine Liebe zu dir, bleibt…

Vielleicht heißt Loslassen… lernen, damit zu leben… irgendwann. Doch loslassen kann und werde ich dich nie. Ich trage meine Tränen mit Stolz… als Zeichen meiner ganz großen Liebe zu dir… die niemals verblasst.

Das Leben ist ein ständiger Abschied… und mit jedem Abschied beginnt Neues. Neues Leben, neue Liebe, neue Augenblicke… die zu Erinnerungen werden. Es ist das Testament, das sie alle uns hinterlassen…

Ich weiß, dass du jemanden schicken wirst, um mich zu trösten… mir zu helfen… die Leere in meinem Herzen zu füllen… mich ganz zu machen. Eine Aufgabe, zum Lernen, zum Erinnern… um wieder Liebe zu geben und zu empfangen.

So Viele sind da draußen, die ein Zuhause suchen… „Vergiss nicht, ihnen in die Augen zu schauen… “ Ja, ich werde es wissen… schaue mitten in die Seele… und weiß, sie kommt von dir.“

© Sylvia Raßloff

„Und wenn du einmal stirbst mein Freund… wird der Himmel in den schönsten Farben leuchten… weil ein Engel seine Flügel bekommen hat.“

© Sylvia Raßloff