Für manche ist es das erste… und für andere wird es das letzte Weihnachten sein. Du schaust mich an… und ich weiß, alles ist beschwerlich geworden… Langsamer, als früher. Das Aufstehen und Hinlegen… in jeder Bewegung ist es… und in deinem weiß gewordenen Gesicht… dass dieser Weg irgendwann… irgendwo zu Ende ist.

Du weißt es, ich weiß es… wir beide wissen es, auch wenn du mich gerne zum Lachen bringen würdest… so wie früher. Doch du siehst die Traurigkeit hinter meinem Lächeln, oft den sorgenvollen Blick. Es braucht keine Worte… So oft wünschen wir uns beide… die unbeschwerte Zeit zurück.

Nun ist die Zeit stiller geworden… viel Zeit, sich zu spüren… die Flügel, die mich von dort irgendwann sanft berühren. Es ist die Zeit der Erinnerungen… die Zeit, dankbar zu sein. Nein, wir sind nicht allein. So Vielen geht es so im Moment… Wo sind die Jahre geblieben?… die Zeit, die am Ende schneller rennt.

Gebetet, gehofft und so lange gefürchtet… Nein, sie können es nicht mehr übersehen. Viel zu oft höre ich… „Der Tumor wächst wieder…“ „Nein, ihr geht es nicht gut…“ „Auf und ab… immer wieder…“ Er wird immer schwächer… kann nicht mehr aufstehen…“ Das Hier und Jetzt genießen, nicht an morgen denken… ist oft schwer.

Wir genießen den Augenblick… jeden Tag, dieses Weihnachten… solange es dir gut geht, solange du willst… weil irgendwann… bist du nicht mehr. „Last Christmas…“? … eine Träne mischt sich hinein… Doch ich weiß – egal, was kommt – du wirst in meinem Herzen… und für immer… dabei sein!

(Sylvia Raßloff)

2 Kommentare
  1. Rita Thießen sagte:

    Last Christmas

    Die Tränen sind mir schon gekommen. Vielleicht sind das auch die letzten Weihnachten und die letzte Adventszeit für meinen Humphrey. Fast 14 Jahre alt, Herz- und Niereninsuffizienz, Athrose….
    Wenn er mich mit seinen großen Kulleraugen so traurig anschaut, weil er manchmal die Stufen nicht mehr schafft, mit Grauem Star nicht mehr viel sieht und auch Schwierigkeiten mit dem Hören hat, dann kann ich meinen Freund nur in den Arm nehmen, mit ihm Kuscheln und ihn verwöhnen! Ich habe wirklich manchmal das Gefühl, dass er nicht so ganz begreift, was mit ihm los ist. Ich tröste ihn und erkläre ihm , dass es mir auch so geht. Ich bin 77 Jahre alt und habe die selben Leiden. So trösten wir uns gegenseitig und ich erzähle ihm von all dem Schönen, was wir miteinander erlebt haben. Und von all der Freude und Liebe, die wir gemeinsam hatten und noch haben. Danke, Du hast mir aus der Seele gesprochen 💕

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    • Sylvia sagte:

      Liebe Rita, die Zeit mit unseren alten Tieren ist so wertvoll… und es ist etwas ganz Besonderes, sie auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Es ist die Zeit der tiefsten Gefühle, der stillen Gespräche, der innigen Zweisamkeit… Ich weiß. Deine Zeilen berühren mich sehr und ich wünsche dir und Humphrey von Herzen Alles Liebe und Gute und eine friedvolle Weihnachtszeit. Die Tiere wissen, dass die Seele bleibt und dass wir uns irgendwann wiedersehen werden. Sylvia

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