“Es ist eine wundervolle Aufgabe, Menschen und Tiere – oft über Jahre – zu begleiten… schöne und traurige Momente mitzuerleben… von dem Moment, wenn die Tiere uns finden… bis zu dem Tag, an dem sie uns wieder verlassen. Zeiten, in denen es schwierig ist… in denen es uns oder den Tieren nicht gut geht. Gerade dann, wenn es um das “Warum?” geht… darum, uns selbst zu sehen… und das, was uns die Tiere über das Leben und Sterben berichten… sind ihre Botschaften von unschätzbarem Wert, um zu verstehen.” (Sylvia Raßloff)

“Meine liebe Sylvia,

obwohl wir uns leider nicht von Angesicht zu Angesicht kennen, möchte ich dir sagen, dass Du mir viel bedeutest! In der ganzen letzten schweren Zeit hast Du mir immer geholfen, indem Du mit meinen Tieren gesprochen hast, die mir viel über das Leben hier auf der Erde vermittelt haben und auch über mich. Die Tiere zeigen es mir immer wieder und dafür bin ich unheimlich dankbar!

Ich drücke Dich!

Bis bald Iris”

ohne dass wir es bemerkten…

Lange haben wir versucht, die kleinen Zeichen zu ignorieren…
Doch dann ganz plötzlich, fast wie über Nacht… sehen wir ganz deutlich den grauen Schleier, der sich über Fell und Augen gelegt hat… werden vielleicht durch eine Krankheit plötzlich herausgerissen aus dieser unbeschwerten gemeinsamen Zeit – diesem Traum, dass alles einfach immer so bleibt, wie es ist. Eben noch war er doch noch ganz jung gewesen? Waren wir… Die Endlichkeit des Lebens klopft ganz leise an unsere Tür…

Spätestens dann fangen wir an, unsere Tiere ganz anders anzusehen! Liebevoll streift unser Blick über ihren Körper… auf der Suche nach Bestätigungen für ihr Wohlbefinden… oder etwas, das wir übersehen… beobachten jede kleine Veränderung… Jede Appetitlosigkeit macht uns Angst. Und während er so daliegt und schläft… ganz weit weg ist – weiter, als früher – möchten wir jeden Sonnenstrahl einladen, die müden Glieder zu erwärmen… das Licht bitten, mit seiner unendlichen Kraft jede Faser des geliebten Körpers zu durchströmen… um den Zeitpunkt… “Das Unausweichliche” hinauszuzögern… in unendlich weite Ferne.

Wir gehen die Wege langsamer, als früher… Die Berge weichen kleinen Hügeln. Momente, Augenblicke… Für die Ewigkeit?… In Gedanken versunken ruhen unsere Augen sanft auf seinem Körper, prägen uns jede Kleinigkeit, jede Stelle ein… vergraben die Nase ganz tief in seinem Fell… diesen Geruch, das Gefühl festzuhalten… für die Zeit danach. Jede Zelle unseres Körpers ist so eng mit dem anderen verbunden… verkörpern unser gemeinsames Leben… die vielen Erlebnisse und Erinnerungen… „Immer warst du dabei!“ Und es tut schon fast weh, auch nur daran zu denken, dass der, der da neben uns geht… irgendwann nur noch im Geiste bei uns sein wird.

Und plötzlich wird uns bewusst, wieviel Zeit wir „verloren“… oder einfach vergeudet haben. Jeder Tag, jede Stunde… gemeinsam… die wir nicht nutzten. Die Jahre sind so schnell vorbei. Die Zeit… so kostbar… Das Leben. Haben wir genug gegeben? Die Zeit mit unseren alten Tieren ist etwas ganz Besonderes! Es ist eine Zeit der Erkenntnisse, die wir durch ihre unendliche Weisheit über uns und das Leben erfahren! Wir sollten jeden gemeinsamen Tag genießen… solange sie bei uns sind… Dankbar und glücklich über jeden weiteren!

(© Sylvia Raßloff)

Eines Tages halten wir alle das Ticket zum Land hinter der Regebogenbrücke in der Hand…

Genießt die Zeit mit euren Lieben… Es ist so wichtig!

"Einmal noch..." Tiere verstehen - Texte Sylvia Raßloff

Still, seid leise… ein Engel ist auf der Reise…

Vor einer Woche hatte ich hier über Iris berichtet, der es gar nicht mehr gut ging…

-> https://www.tiere-verstehen.com/iris/

Iris ist heute über die Regenbogenbrücke gegangen… Sie hat den Kampf gegen den Krebs verloren…

und doch so viel Zeit, Liebe und Leben geschenkt bekommen… Flieg Püppi… breite deine Flügel aus…

Run free… wundervolle Seele… ♥ auf den grünen Wiesen dort…

so wie du hier über die Wiesen geflitzt bist auf der Jagd nach Mäusen…

Danke Cécile, dass ich euch begleiten durfte…

wenn wir still werden, uns Zeit nehmen – ohne Uhr, ohne Gedanken – einfach zu hören…

einfach zu sein… die Gefühle fließen lassen – ohne Worte – über das Licht zwischen unseren Herzen…

die Augen schließen… um ihre Energie zu spüren… das, was uns hält, was unsere Seelen verbindet…

jetzt und irgendwann… wenn sie gehen…

Und damit all das, was man nur mit den Augen sehen… was man anfassen… aber nicht festhalten kann.

(Sylvia Raßloff)