„Nein, ich kann sie nicht alle retten… aber wenigstens einen… Eine Seele… Und sie wird ein Zuhause haben… wo sie sich geborgen fühlt… Sie wird ein weiches Körbchen bekommen und immer Futter in ihrem Napf haben… Sie wird eine Hand haben, die sie streichelt… ein Herz, das sie für immer wärmt… eine Schulter, wo sie Halt findet, wenn sie Trost braucht… und einen schützenden Körper, der sich vor sie stellt, wenn sie Angst hat… Nicht alle kann ich retten… aber zumindest Einen…“

Harcos, kleine Kämpfer

Vielleicht können wir nicht allen helfen… aber wenn Jeder irgendeinem hilft… dann wäre schon viel getan auf dieser Welt. Es sind so Viele, die uns brauchen…

und für alle, die nicht auf dem ersten Blick einem Ideal entsprechen… die nicht „perfekt“ oder „unvollkommen“ sind…

Man findet sie nicht, wenn man mit den Augen sieht… diese wahren Freunde und Gefährten… die einzigartig sind. Sie sind die ganz besonderen Seelen… die „Unperfekten“… die Geschlagenen, die Kranken, die Behinderten… Die, die so Vieles erlebt haben… die überlebt haben… Und ich kann nicht aufhören, zu staunen über ihre unglaubliche Weisheit… ihre Art, das Leben zu leben… und zu nehmen, was es ihnen gibt… das Beste aus jedem Augenblick zu machen… den es ihnen gut geht… vor Freude zu tanzen. So viel Dankbarkeit, Liebe… so viel unendliches Vertrauen! Oh, wir können so viel von ihnen lernen… Wundervolle, vollkommene Seelen, wie sie schöner nicht sein könnten… Ich wünschte, ich könnte ihr Innerstes nehmen und nach außen strahlen lassen… damit alle es sehen können. … Wer nicht mit dem Herzen sieht, der sieht sie nicht!

Nein, einen Freund findet man nicht, wenn man mit den Augen sieht… man findet ihn mit dem Herzen.

(Sylvia Raßloff)

Danke Nicole: „Ich habe einen Tierschutz-Hund, einen kranken Tierschutz-Hund. CJ ist Epileptiker und blind. Viele Leute fragen mich, warum tust Du Dir das an, warum ein kranker Hund? Für die Schutzgebühr hättest Du dir auch einen gesunden Hund anschaffen können, von den Folgekosten ganz zu schweigen… Ja, es ist nicht immer einfach. Jeden Tag zitterten wir vor einem erneuten Anfall, und auch heute noch. Ich schlief auf der Couch—bei den Hunden—aus Angst einen Anfall nicht mitzukriegen—ihm nicht helfen zu können. Jeder Anfall bedeutet Lebensgefahr für CJ. Dann ist CJ auf seinem verbleibendem Auge erblindet—wir haben alles versucht – gekämpft, gehofft—verloren… Verloren? Nein—wir haben gewonnen—jeder Tag mit diesem Hund ist ein Geschenk! CJ ist Seelentröster, Zappelphilipp, Blindfisch und Freund. Immer fröhlich, immer gut gelaunt—trotz seiner Handicaps. Er läuft frei, selbst im Wald, er spielt, er tobt mit seiner Dorka. Er merkt, wenn ich traurig bin, wenn ich Schmerzen habe, es mir nicht gut geht. Er, der selbst jeden Tag kämpft—gibt mir Kraft und Zuversicht. Ich habe viel von und durch ihn gelernt… Ich habe einen Tierschutz-Hund, einen Handicap Tierschutz-Hund… und bin unendlich stolz, ihn an meiner Seite zu haben.“

„Er liebt mich, wie kein anderer! Er tröstet mich, wenn es mir schlecht geht! Er bringt mich zum Lachen, immer wieder! Er gibt mir so viel Kraft, wenn ich sie brauche. Er gibt mir Lebensmut und Zuversicht, wenn ich ihn ansehe. Er gibt Freude, wie keiner es je könnte.“ …

„Wer ist es?“

„Mein Hund!“ …

„Es muss ein kräftiger, junger, gesunder Gefährte sein, der so viel für dich zu tun vermag! Jeder Mensch würde sich so einen Hund wünschen!“ …

„Er ist aus dem Tierschutz! Er gehörte zu den Alten, Kranken und Behinderten, die Keiner wollte.“

(Sylvia Raßloff)

Gerade in diesen Tagen ist die Erinnerung an Hope wieder so präsent… Sie bewegte die Herzen so vieler Menschen… Gekämpft-Gehofft-Verloren... („Engel… Lass die Zeit still stehen…“) Hope … Sie musste sterben… doch ihre Seele ist unter uns… Ihre Botschaft lebt… und darf nie vergessen werden: „Bitte hört niemals auf… den Tieren zu helfen!“

Ich durfte damals mit Hope sprechen… Hier ein paar Auszüge aus meinem Gespräch… (Das gesamte Gespräch inkl. Körpergefühle, Informationen zur Vergangenheit usw. ist den betreuenden Personen im Tierheim vorbehalten.)

„Hope hat mir viel erzählt… über ihre Leidenszeit… bevor sie gefunden wurde… „Die Zeit geht nicht vorbei… zieht sich… Minuten, Stunden, Tage…“ Sie wollte sterben…

Hope ist eine unglaublich liebe und sensible Seele… Sie erzählt mir, dass sie bereits gestorben war… gefühlt hat, dass sie langsam gestorben ist… in ihrem Körper, sich ganz oft weggeträumt hat… vom Hier und Jetzt, von diesem Schmerz…

„Ich lief über grüne Wiesen, einfach so und ich war ganz leicht… Doch, wie kommt man da hin, ohne wieder aufzuwachen? Ich wollte so gern dort bleiben…“

Im Moment ist sie nur am Staunen, am Schauen… und kann gar nicht alles begreifen, was mit ihr passiert, aber es fühlt sich so gut an… so gut, wie noch nie in ihrem Leben… Sie kann es gar nicht fassen, dass es sowas gibt…

Und immer, wenn sie aufwacht, hat sie Angst, dass sie wieder sterben muss, ganz langsam der Tod, die Kälte nach ihr greift… von hinten, von den Beinen angefangen, die langsam gestorben sind, so fühlte es sich an…

Nein, sie will das alles so genießen, in sich aufsaugen… das schöne weiche Bett, das sie so sehr liebt… „Alles… und euch…“ und hier spüre ich dieses Ziehen in der Brust, diese Sehnsucht nach Liebe, die sie so sehr vermisst hat…

… und sie erzählt mir noch, dass es für sie so ungewöhnlich ist, dass Menschen sie anlachen „Nie hat jemand mit mir gelacht“…

Sie liebt euch… wie sie noch nie jemanden geliebt hat in ihrem Leben… erzählt, dass sie noch nie gestreichelt wurde, gekost wurde… „Es ist der Himmel auf Erden…“

Sie erzählt mir, dass sie früher oft geweint hat… und dass da ein Engel war, der in ihrem Kopf mit ihr sprach… und dieser Engel hat gesagt, dass sie eine Aufgabe hat… dass sie irgendwann gesehen wird… Das Leben sie sieht… und ganz viele Menschen, denen sie eine Botschaft bringen soll… was sie damals nicht geglaubt hat…

… Sie ist ihm so dankbar, denn er hat ihr geholfen, zu kämpfen, nicht aufzugeben. „Auch wenn es vielleicht nur eine kurze Zeit ist, die ich jetzt haben darf… es ist das Größte, was ich je hatte…“

„Ich bin jetzt im Licht, wo vorher alles dunkel war… Ich weiß nicht, was mit mir geschieht, aber es ist schön… unglaublich schön!“

Ich nehme sie in die Arme und streichle sie noch ganz lange, einfach still, und sie weint… alle Tränen der Vergangenheit… und es ist gut… „Es ist vorbei…“ sage ich und halte sie…

Ich erzähle ihr, wie sehr Ihr sie liebt und wie viele Menschen an sie denken und für sie beten… wieviel Liebe sie umgibt… Dass Ihr sie bittet, wir alle sie bitten… zu kämpfen… und ihre Stimme ist ganz leise, bevor sie einschläft und flüstert… „Ich versuchs.“

Danke Hope Du wunderbare Seele… ich bin tief berührt.“

Danke an das Tierheim Neuwied… dass Ihr für sie da ward, dass Ihr ihr so viel Liebe gegeben habt… Ja, sie ist eine Botschafterin für all die armen Seelen da draußen…

Danke Nicole für dieses berührende Bild… und dass du bei ihr warst!

Und das war damals die Zeilen, als Hope ins Tierheim Neuwied kam… „Und das Elend ist manchmal so nah. Manchmal fehlen einem einfach die Worte. Heute wurde uns diese Hündin gebracht. Befreit von einem Firmengelände auf dem sie vor sich hin vegetierte. Eine aufmerksame Anwohnerin hörte sie bellen und sah nach. Dort lag die sanfte Hündin, völlig durchnässt und konnte sich selbst noch nicht einmal vor dem Regen in Sicherheit bringen. Völlig unterkühlt, dehydriert, abgemagert mit kleinen und großen Wunden übersäht und als ob das nicht reicht, ist sie an den Hinterläufen teilweise gelähmt. Sie zeigt noch Reaktionen jedoch ist sie so geschwächt das man sie nicht aufstellen kann. In beiden hinteren Beinen hat sie einen heftigen Lymphstau so das wir annehmen müssen das sie schon lange in diesem Zustand ist. Wir haben sie Hope getauft, denn die Hoffnung stirbt zuletzt. Hope wurde von unserem Tierarzt erst einmal Notversorgt. Jetzt liegt die Maus auf weichen Kissen in der warmen Quarantäne am Tropf. Sie hat gefressen und genießt die Wärme und die Zuwendung. Sie ist eine unglaublich sanfte Hündin, die wirklich alles klaglos über sich ergehen hat lassen. Wir haben ihr versprochen alles zu versuchen was in unserer Macht steht. Und auch wenn wir nichts mehr für sie tun können, so können wir wenigstens an ihrer Seite sein bis das sie ihren letzten Weg antreten muss. Morgen werden wir weiter sehen, ob und in welchem Maße wir helfen können. Drückt Hope die Daumen, schickt gute Gedanken und Kraft…“

Hope… eine arme Seele, die ihr Leben im Schatten lebte… die ungesehen… einsam… und lange, zu lange unentdeckt blieb. Eine Hündin, die Schmerzen und Leid klaglos über sich ergehen liess. Eine Kämpferin, die ihre letzten Monate im Tierheim Neuwied verbrachte und die Herzen so vieler Menschen berührt hat… Sie lehrte uns, was Liebe und Vertrauen bedeutet… und sie hat eine Botschaft hinterlassen… Niemals wegzusehen… und zu helfen… wo auch immer uns Tierleid begegnet!

Das berührende Buch über Hope und ihre Geschichte kann übrigens beim Tierheim Neuwied bestellt werden: http://www.tierheim-neuwied.de/

„Es ist nicht so, dass Tiere keine Stimme haben… Wir Menschen sind es, die taub sind.“ (Sylvia Raßloff)

die die Augen nicht verschließen,
die ihre Stimme erheben,
– wo andere schweigen –
für die, die unsere Hilfe brauchen,
denen Unrecht geschieht…

Für alle, die nicht aufgeben,
FÜR eine Sache zu stehen,
die sich nicht verbiegen lassen,
die sich den Mut bewahren,
aufzustehen…
und für die zu sprechen,
die keine Stimme haben…

Für alle, die kämpfen,
manchmal ganz allein…
die riskieren, Fehler zu machen,
sich Kritik auszusetzen,
vielleicht auch zu stolpern…
die immer wieder aufstehen,
weil sie gebraucht werden…
die weitermachen…
und die Hoffnung niemals aufgeben.

Für alle, die ETWAS tun,
etwas Großes oder etwas Kleines…
um diese Welt ein klein wenig
besser zu machen.

DANKE ♥ (Sylvia Raßloff)

„Niemand begeht einen größeren Fehler, als derjenige, der Nichts tut… nur weil er meint, dass er wenig tun könnte…“

Danke an alle Sturmtänzer…