Tierschutz heißt auch… immer wieder Abschied nehmen…

von den Tieren, die in ihr neues Leben reisen. Tiere, die die Tierschützer gerettet, ihnen ins Leben geholfen, eine Zuflucht gegeben und sie gesund gepflegt haben. Die Ärmsten der Armen haben sie an ihr Herz gedrückt, sind nachts bei ihnen gelegen, um die seelischen und körperlichen Wunden zu heilen, ihnen gesagt „Du bist jetzt in Sicherheit!“ und ganz langsam das Vertrauen zum Menschen wieder aufgebaut. Sie haben Wunden gepflegt, Schmerzen gelindert, getröstet und sich über jeden kleinen Fortschritt gefreut… den Tieren zu zeigen, dass das Leben etwas Wunderbares ist und für sie ein Zuhause zu finden bei Menschen, die sie lieben werden und all das fortführen, was so kostbar in ihren Händen begonnen hat. Und wenn irgendwann der Tag kommt, an dem sie sich verabschieden müssen, wissen sie, dass es gut ist, dass das Tier nun bereit ist für ein neues Leben und nun dieser Platz frei wird für eine andere Seele, die dringend Hilfe braucht… Aber es tut jedes Mal aufs Neue wieder weh… wenn die Tiere sich an sie klammern, sie anschauen mit Augen, die sagen „Ich hab dir vertraut! Warum verrätst du mich jetzt?“… Ja, ich glaube, das ist eines der schwersten Dinge im Leben eines Tierschützers und ich kann es verstehen! Und deshalb gibt es auch kein größeres Glück, als die Briefe, E-Mails und Bilder der Tiere in ihren neuen Familien zu erhalten, sie glücklich zu sehen… Dafür und für jede einzelne Seele lohnt es sich, weiterzumachen, zu kämpfen, die Tränen runterzuschlucken und nach vorne zu schauen… zu denen, die Hilfe brauchen!

Abschiedsbrief einer Pflegemama an ihren Pflegehund:

“Als ich dich das erste mal sah, da wollt ich dir helfen und hatte den Wunsch für dich einen Platz zu finden, an dem es dir immer gut geht und wo man dich liebt.

Als du zu uns kamst, hast du erst mal unser Leben auf den Kopf gestellt…du hast uns mit deinem herzerweichenden Blick und deinem immer wedelnden Schwanz sobald man dich anschaut sofort in deinen Bann gezogen und unser Herz erobert…das du uns dein Vertrauen geschenkt hast, obwohl die Menschen schon so schlecht zu dir waren hat mich stolz und demütig sein lassen, deine Freude uns gegenüber war ansteckend und das du all das, was die letzten Wochen in deinem Leben passiert ist so gut gemeistert hast, hat uns begeistert! Überhaupt hast du uns begeistert und uns so viel gegeben…Danke!

Nun ist der Tag gekommen wo wir Abschied nehmen müssen und ich hatte gehofft es wäre leichter dich in deine neue Familie zu geben, obwohl ich glaube eine wunderbare Familie gefunden zu haben, bei der du nun den Rest deines hoffentlich noch langen Lebens verbringen darfst und ich packe nun deine Rucksack…Leine und Geschirr hinein und viele Wünsche wie etwa… ganz viel Geborgenheit und Streicheleinheiten und immer ein liebes verständnisvolles Wort für Dich und ein Plätzchen das nur dir gehört und viel Auslauf und andere Hundefreunde und einen Schutzengel der dich immer begleitet und für dich da ist, wenn du ihn brauchst und und und… ich glaube der Rucksack ist zu klein…..

Machs gut…!“

© Sylvia Raßloff

P.S. Und das ist der kleine George in seinem neuen Zuhause :-)

 

Solange es TIERE gibt

auf dieser Welt…

weiß ich, dass ich nicht verloren bin.

Denn nur sie wissen,

was TREUE und Ehrlichkeit ist.

Sie geben uns jeden Tag die Kraft,

all das zu vergessen,

was der Mensch zuvor angerichtet hat.

Es gibt sie wirklich…

die ENGEL auf 4 Pfoten…

und alles, was sie dafür verlangen,

ist eine Hand, die ihnen jeden Tag zeigt,

wie WERTVOLL sie sind.

 

© Sylvia Raßloff

Ich schreib ein Büchlein… für dich! Ganz klein nur, dacht ich anfangs, weil`s für die Hosentasche ist… Ein Büchlein für den Notfall… sollte mal was sein. Doch mit den Jahren wird es immer dicker, je länger du bei mir bist…  Alles „Über dich“ sozusagen… kommt da rein.

Was du erlebt hast, bevor du zu uns kamst und wer du bist. Was du dir wünschst und was du gerne isst… :-) Was du liebst und was dich ängstigt… was dein Herz zum Tanzen bringt. All deine kleinen Eigenheiten und unsere liebgewordenen Rituale stehen da drin. Und all deine lustigen Namen, welches Spielzeug du magst… und dass Banane für dich das Höchste ist. Dass wir sie immer teilen und du die Joghurtbecher ausschlecken darfst. Dass du es liebst, nachts zugedeckt zu werden… wenn du ganz kuschlig eingemummelt bist. Dass du manchmal noch träumst von früher und dich manchmal noch erschreckst. Dass du ganz viel Sicherheit brauchst und dich manchmal hinter mir versteckst. Dass es eine Stelle hinter dem Ohr gibt, wo du wohlig brummst. Und dass das dann nicht gefährlich ist, auch wenn es so klingt. Dass es ein Kommando „Steh“ gibt, das hundertprozentig funktioniert und „Nicht so weit weg!“, damit man dich nicht aus den Augen verliert. Dass du Pferde magst und manche Rüden auch. Dass du gern ins Wasser gehst, aber nur bis zum Bauch. Dass du reden kannst und zwar ganz viel und dass man es verstehen kann, wenn man will.

All das schreibe ich in das Büchlein und noch viel mehr. Alles, was ich mir wünschte, dass jemand weiß… dass ich dich liebe und dass du mir sehr wichtig bist… wenn irgendwann mal alles anders wär. Wenn mal etwas ist… ist für dich gesorgt… doch vielleicht hält es auch jemand Fremdes in der Hand… Wie in der Geschichte von Norbert, dem Hund, dessen Frauchen bei der Tsunami-Katastrophe in Thailand verschwand. Durch unglückliche Umstände war Norbert im Tierheim gelandet, sollte sogar eingeschläfert werden, als sein Herrchen das Büchlein vor seinem Zwinger fand. Es fiel der Tierheim-Mitarbeiterin aus der Tasche und Norbert durfte leben… und irgendwann… fing sein Herrchen an, sich auf die Suche zu begeben… nach dieser Frau, die einmal diese Zeilen schrieb… für einen Hund, den sie so sehr liebt.

“Nenn mich Norbert” Andrea Reichart

http://www.amazon.de/Nenn-mich-Norbert-Andrea-Reichart/dp/3933519519/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1392220519&sr=8-1&keywords=nenn+mich+norbert

Ich weiß, wenn du könntest, du würdest auch ein Buch schreiben… über mich… für die, die nach dir kommen… denn du kannst nicht für immer bei mir bleiben… Es wäre voller Liebe, voller Dinge, wie ich so bin… aus deiner Sicht. Und wenn ich es lesen würde, müsste ich ganz viel weinen… und auch ganz viel lachen, über meine Eigenheiten und all die Sachen, die wir Menschen so machen.

© Sylvia Raßloff

Nenn mich Norbert

Eine Flut von schrecklichen Bildern und Hilferufen aus allen Teilen der Welt landen täglich via Facebook in unseren Wohnzimmern, prallen auf unsere Augen, hinter denen sich Tränen mit Macht ihren Weg bahnen wollen… schnell wegklicken, teilen, immer in der Hoffnung, dass am Ende des „Teilens“ jemand ist, der hilft… Doch, auch wenn wir schon längst wieder zum Alltag übergegangen sind, wirken die Bilder in unserem Inneren weiter, jede Stunde, jeden Tag. Mit jedem Bild, jeder Meldung, beeinflussen sie uns, besetzen unsere Psyche, blockieren unsere Lebenskraft… und bewirken schlimmstenfalls – aber als dringend notwendigen Selbstschutz – eine Desensibilisierung.

Überall Leid, überall wird Hilfe gebraucht… Wir können nicht allen helfen! Wo sollen wir anfangen? Wo ist die Not am größten? Alle brauchen Unterstützung und weil unsere Möglichkeiten begrenzt sind, erstarren wir im Nichtstun, in einer Hoffnungslosigkeit… die uns krank macht! … Der einzige Ausweg aus dieser Starre ist, ETWAS zu tun, etwas Kleines nur, so, wie es in meinen persönlichen Möglichkeiten steht. Es ist wichtig, nicht das große Elend als unbezwingbaren Berg vor uns zu sehen, sondern uns das Projekt unseres Herzens zu suchen… „Mein persönliches Herzensprojekt“, das ich unterstütze… meinen Patenhund, meine Futterspende, meine Deckenspendenaktion für den Winter, meinen Gassi-Hund im Tierheim um die Ecke… Es gibt so viele Möglichkeiten!

Es geht nicht immer darum, ein Tier zu adoptieren und nicht jeder hat die Möglichkeit dazu… Es geht darum, die Situation der Tiere vor Ort zu verbessern, ein klein wenig zu helfen… Irgendetwas zu tun… für die, die es so dringend brauchen! Die Tierschützer sind so dankbar für jede noch so kleine Hilfe, aber auch die seelische und moralische Unterstützung ist so wichtig. Das alles ist besser als Nichtstun. Es hilft nicht nur den Tieren… Es trägt dazu bei, unsere Seelen wieder zu heilen,… weil wir endlich etwas tun können und unseren Beitrag leisten, etwas zu verändern, denn… wenn viele Menschen etwas Kleines tun, können wir Großes bewirken!

© Sylvia Raßloff

Vielleicht sollten wir viel öfter einfach das tun, was uns glücklich macht, und nicht das, was andere von uns erwarten. Vielleicht sollten wir wieder den Mut haben, so zu sein, wie wir sind und niemandem, uns selbst eingeschlossen, etwas vorzumachen… Vielleicht sollten wir uns wieder an unser Inneres Kind erinnern, wieder frech und wild und wunderbar sein… wieder staunen, lachen und uns richtig freuen können … wieder verzaubert sein, über einen winzigen Augenblick … die Wunder der Natur und die Schönheit aller fühlenden Wesen sehen. Vielleicht sollten wir nicht mehr so Vieles einfach hinnehmen und uns gegen Ungerechtigkeit auflehnen … Mehr Gefühle zulassen, um uns einfach wieder spüren zu können und uns berühren zu lassen … Vielleicht sollten wir öfter ein bisschen mehr geben, statt zu nehmen … öfter etwas netter sein, als unbedingt notwendig … Und vielleicht sollten wir uns vornehmen, einfach niemals aufzugeben, wenn es um unsere Ziele und Wünsche geht, denn solange wir noch Träume haben… spüren wir, dass wir leben!

© Sylvia Raßloff