Erinnerung…

heißt… die Zeit zurückdrehen… für einen kurzen Moment…

Erinnerung… sind Bilder… ist ein Lächeln… sind Tränen… ist ein Gefühl…

Erinnerung tragen wir im Herzen… sie ist ein Teil von uns… sind wir…

unser Leben… ein Ort der Freude… der Sehnsucht…

der Dankbarkeit… der wunderbaren Augenblicke…

Nein, sie ist kein Ort der Trauer… Erinnerung ist ein Ort des Trostes…

und die Verbindung mit denen, die uns begleitet haben…

Solange wir leben, werden auch sie leben…

und wenn wir uns erinnern, können wir sie sehen…

sie hören… fühlen… riechen…

Erinnerung ist das, was für immer bleibt.

© Sylvia Raßloff

Fürchte die Schatten nicht… denn sie bedeuten… dass in der Nähe irgendwo ein Licht brennt…

Hilflos stehen wir oft da… angesichts der Flut derer, die leiden…

hoffnungslos… verloren… im Meer aus Tränen aufgelöst…

Doch jeder Seele, die sterben musste, geben wir ein Versprechen…

niemals aufzuhören, zu kämpfen… für die, die unsere Hilfe brauchen… die im Dunkeln stehen…

Sie brauchen uns… unsere Stimme… unseren Mut… und unsere Kraft…

Denn Hoffnung… ist ein Lichtstrahl, der die Dunkelheit durchbricht…

Lasst uns das Licht weitergeben… damit es niemals erlischt…

© Sylvia Raßloff

Und hier noch ein Buchtipp…  für ein so wichtiges, informatives und wunderbares Buch… denn für uns alle kommt irgendwann der Tag, an dem wir uns verabschieden müssen…

Sterbehilfe gehört zu den verantwortungsvollsten und schwierigsten Aufgaben des tierärztlichen Berufes. Denn einerseits muss der Tierarzt entscheiden, ob medizinische und rechtliche Vorraussetzungen dafür erfüllt sind. Andererseits muss er auch die Situation des Tierbesitzers im Auge haben. Tierarzt Dr. Henrik Hofmann beschreibt, unter welchen Vorraussetzungen Tiere „eingeschläfert“ werden dürfen, wie die Sterbehilfe im Einzelnen abläuft und wie es nach dem Abschied weitergeht. Er schildert aber auch sehr einfühlsam die psychologische Seite der Tier-Mensch-Beziehung in dieser besonderen Situation und gibt Hilfestellung bei der Frage aller Fragen: Wann der „richtige“ Zeitpunkt ist. Sehr persönlich bezieht er Stellung zu „Tabu-Themen“ wie dem Umgang mit Trauer und der Frage nach der Seele der Tiere.

“Leidenden Tieren das Sterben zu erleichtern und ihnen damit Schmerz und Qual zu ersparen, ist “Pflicht” und “letzter Freundschaftsdienst” zugleich…

Das Thema bewegt, betrifft, schmerzt. Wirft Fragen auf. Spiegelt vielleicht die Angst vor dem eigenen Tod. Und: Sterbehilfe zwingt uns dazu, eine ungeheuerliche Entscheidung zu treffen. “Über Leben und Tod zu entscheiden”, ist für viele Menschen ein Schritt, den sie nicht gehen wollen oder können. Und doch möchte (fast) jeder, der sein Tier liebt, Leiden nicht mit ansehen.

In fast 30  Jahren Tiermedizin habe ich miterlebt, wie Hunde, Katzen und kleine Heimtiere sich mehr und mehr vom Status Tier zum Tisch- und Bettgefährten entwickelt haben. Und sich damit die Bedeutung der Sterbehilfe, der Trauer und auch der Bestattungsformen gewandelt hat. Ich habe auch erlebt, wie sich die Technik der Euthanasie veränderte. Wurden früher lähmende Mittel und Gifte eingesetzt, ist es heute ein wichtiges Thema in der Tiermedizin, das Leben der Tiere human zu beenden.

Mich selber betrifft das Thema nicht nur als Tierarzt sondern auch als Tierbesitzer! Ich habe immer Tiere gehabt und auch heute habe ich Hunde, Pferde, eine Katze. Und auch bei ihnen kommt der Tag, an dem ich entscheiden muss, ob ich sie von Qualen “erlöse” oder sterben lasse. Und wenn “ja”, dann wann?

Sterbehilfe ist mir seit Jahrzehnten ein ständiger Begleiter. Man sollte nun glauben, dass mir die Euthanasie zur Routine geworden ist. Doch das ist sie (leider) nicht…. ”Das Einschläfern fällt mir nach all den Jahren nicht leichter”, las ich vor Längerer Zeit von einer Kollegin, “es fällt mir sogar von Jahr zu Jahr schwerer…” Diesen Satz zu lesen tat mir gut. Und er war der Startschuss für einen lang gehegten Wunsch: Ein Buch über Sterbehilfe bei Tieren zu schreiben!

Es wurde zu einer Sammlung wissenschaftlich belegter Fakten und meiner persönlichen Erfahrungen.“

www.es-spricht.de

http://www.amazon.de/Tieren-beim-Sterben-helfen-Tierarztpraxis/dp/3940254029/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1407785736&sr=8-1&keywords=Tieren+beim+Sterben+helfen

 

Immer wieder passiert es, dass Hunde, die aus dem Tierschutz aus dem Ausland zu uns kommen… die erst ein paar Stunden oder Tage in Deutschland sind… in einer unvorhergesehenen Paniksituation entlaufen und nur mit ganz viel Glück, wenn überhaupt… durch die Hilfe von Experten wieder eingefangen werden können. Manche sind Wochen, Monate unterwegs… werden überfahren… tauchen nie wieder auf… da sie hier keinerlei örtliche Bindungen, noch eine Beziehung oder Vertrauen zu irgendeinem Menschen aufgebaut haben.

Täglich erreichen uns Suchmeldungen über das Internet und es sind so viele… Zu viele… die aus schrecklichen Verhältnissen gerettet wurden und auf die hier eigentlich ein neues Leben warten sollte… Sie kommen aus Tötungsstationen, von der Straße… haben überlebt, weil Tierschützer und Vereine vor Ort und hier bei uns Tag für Tag kämpfen, um wenigstens einige dieser Hunde zu retten. Angesichts der traurigen Schicksale gibt es viele Menschen, die einem solchen Hund ein Zuhause geben möchten und es ist erstaunlich, wie viele dieser Hunde trotz ihrer Vergangenheit überhaupt keine Probleme damit haben, sich in ihre neuen Familien und in unseren Alltag zu integrieren.

Doch die meisten dieser Hunde bringen ein schweres Päckchen voller Erinnerungen und Ängste mit in ihr neues Leben, das sich nicht so leicht abstreifen lässt, wie ein altes Fell. Alles ist neu für sie… Manche haben nichts kennengelernt, was in unserem Alltag selbstverständlich ist… und sie brauchen viel mehr Zeit, als wir Menschen oft glauben, um wirklich Vertrauen zu fassen, sich an alles zu gewöhnen. Es gibt Hunde, die aufgrund ihrer Vergangenheit Angst haben, in der Dämmerung rauszugehen, Hunde, die schon unsicher werden, wenn sie ein Mensch direkt anschaut. Spielende Kinder, ein Mann mit Hut, laute Geräusche… ein Stock… all das und so vieles mehr, kann alte Erinnerungen und Ängste auslösen. Woher soll der Hund wissen, dass er heute Dingen vertrauen kann, vor denen zu flüchten in seinem bisherigen Leben überlebenswichtig war?

Oft entlaufen Hunde kurz nach ihrer Ankunft aus dem eingezäunten Grundstück, flüchten über den Zaun oder aus der offenen Haustür… Manche bereits durch eine Unachtsamkeit bei der Übergabe am Flughafen oder an irgendeiner Autobahn. Andere entlaufen, weil die Leine in einer Schrecksekunde aus der Hand fällt… (Besonders fatal sind Flexileinen, die mit lautem Geräusch dann hinter dem Hund herklappern und ihn in Panik immer weiter und weiter verfolgen, sich irgendwo verfangen können…) Es gibt so viele Situationen, durch die Hunde entlaufen können, die man oft nicht vorhersehen kann… Plötzlich knallt es, und der Hund ist weg… Es gibt so viele traurige Geschichten… Ein Hund, der sich in Panik aus dem Halsband windet, weil zwei große fremde Hunde auf ihn zugerannt kommen. Er ist überfahren worden… Ein anderer, der plötzlich Angst vor einem Gartenschlauch bekommt und über den Zaun flüchtet. (Was Viele nicht wissen… Zwinger in Tötungs- und Auffangstationen werden oft ohne Rücksicht auf die Hunde, die sich ängstlich in einer Ecke zusammendrängen, ausgespritzt…)

Die Not ist groß, wenn es passiert und die Menschen machen sich Vorwürfe. Viele sind sich der Gefahr gar nicht bewusst gewesen oder wurden zu wenig aufgeklärt. Deshalb hier ein paar wichtige Tipps für die Ankunft und die erste Zeit mit eurem neuen Familienmitglied:

Bei der Übergabe sollten besondere Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden! Der Hund sollte ausschließlich in einem geschlossenen Raum/Fahrzeug aus der Flug/Transportbox geholt und an Halsband UND Geschirr doppelt gesichert werden!

Beim Autofahren sollte der Hund immer angegurtet sein. Empfehlenswert ist auch eine Autotransportbox. Bitte öffnet niemals die Autotür, ohne Euch zu vergewissern, dass Ihr den Hund auch wirklich an der Leine habt!

Ganz wichtig für Zuhause: Lasst keine Türen und Fenster offen stehen!

Im Freien gilt grundsätzlich (Anfangs auch im Garten! Viel zu viele Hunde sind schon in Panik über Gartenzäune geflohen, die „hoch genug sein müssten“… ): Nehmt die Hunde an die Leine! Sichert sie doppelt! Am Halsband und zusätzlich an einem Brustgeschirr! Verwendet ein Geschirr mit zusätzlichem Bauchgurt, denn die üblichen Brustgeschirre bergen die Gefahr, dass der Hund herausschlüpft!

Flexi- oder Schleppleinen sind am Anfang nicht empfehlenswert und können sehr gefährlich werden, falls sie einmal aus der Hand fallen und der Hund damit davonläuft. Wenn möglich, sichert den Hund mit einer Leine zusätzlich am eigenen Körper.

Bitte beachtet: Nicht selten kommt es vor, dass Hunde – selbst nach längerer Zeit!, die sie schon in ihrem neuen Zuhause sind – entlaufen, sobald ein Ortswechsel, eine Veränderung stattfindet… vom Urlaubsort… aus der Ferienbetreuung!

Diese Hunde… mit ihren Schatten aus der Vergangenheit brauchen Zeit, um Schritt für Schritt in ihrem neuen Leben anzukommen… Die Menschen, die mit ihrem Auslandshund „den Weg des Vertrauens“ gegangen sind, wissen, wie lange es gedauert hat, bis der Hund endlich DA war! Sie wissen, wovon ich rede und wie wichtig es ist, gerade in der Anfangszeit GUT auf sie aufzupassen… und dass es das tausendmal WERT war für all das, was sie uns zurückgeben!

BITTE PASST AUF EURE HUNDE AUF!!!

Wichtig! Wenn es doch passiert, ist es gerade bei ängstlichen Tieren aus dem Tierschutz, die noch nicht lange in ihrem Zuhause sind, aber auch in allen anderen Fällen wichtig, sich zeitnah gut zu informieren, was zu tun ist und professionelle Hilfe hinzuzuziehen. Hierbei habe ich eine Bitte: Bitte wendet euch an einen Profi! Inzwischen gibt es viele sogenannte Pettrailer, bzw. welche die sich so bezeichnen, weil sie nen Hund mit einer guten Nase haben. Ja, den habe ich auch. Aber andere Hunde suchen würde er nicht. Hierzu bedarf es eines speziell dafür ausgebildeten Hundes, der auch nach Tagen, durch Wasser, über Schnee oder durch unwegsames Gelände immer noch in der Lage ist, eine Spur aufzunehmen und dieser auch zu folgen. Lebendfallen sind auch überall auszuleihen, gegen entsprechendes Entgelt. Hinweise oder Gebrauchsanweisung dazu? Bekommt man meist nicht! Sobald Fragen auftauchen, wird man dann doch an den Profi verwiesen. Das kostet aber unnötig Zeit und im schlimmsten Fall auch Geld ! Bitte informiert euch wirklich gut, wem ihr im akuten Notfall das Leben eures Tieres anvertraut. Denn es kann von der Erfahrung des Profis abhängen, ob ihr euer neues Familienmitglied wiederseht oder es vielleicht in Panik auf eine Straße oder unauffindbar in die tiefsten Wälder gejagt wird!

Bundesweite Sicherung entlaufener Tiere: http://www.hundentlaufen.de/

© Sylvia Raßloff

Tiere schenken uns ihre Zuneigung, einfach so im Vorübergehen und immer wieder… bedingungslos. Sie sind die, die wirklich wissen wollen, wie es uns geht und die alles wieder gut machen wollen in ihrer unnachahmlichen Art… Sie geben uns Halt, wenn alles um uns herum zusammenzubrechen scheint… sind da, wenn wir nicht mehr weiter wissen… stille Zuhörer, die uns verstehen, weil sie in der Welt der Gefühle zuhause sind. Sie haben keine Hand, um sie uns zu halten, und sie umarmen uns auch nicht… doch sie tun es jeden Tag. Sie sind die ersten, die spüren, wenn es uns nicht gut geht, spenden Trost, wie nur sie es können. Ein Blick, eine sanfte Berührung genügen, um zu sagen „Ich bin für dich da!“ Sie sind die Kraft, die uns trägt, wenn wir es am dringendsten brauchen und das Licht, das uns beflügelt. Sie sind die, die uns niemals belügen und uns zeigen, wer wir wirklich sind. Sie holen uns ab, wenn wir uns verlaufen haben, um uns selbst wiederzufinden. Sie sind die Führer zu unserem Inneren und unsere Verbindung zur Natur. Sie sind unsere Haltestelle im Gedankenkarussell, unser Anker im Gefühlschaos, unser Fluchtpunkt in einer viel zu hektischen Welt. Sie sind die Treue und die Ehrlichkeit, die uns oft so fehlt… Ich wünschte, ich könnte all das einfangen… und auf die Menschen übertragen… die wahre, bedingungslose Liebe der Tiere, ohne die diese Welt und wir Menschen sehr viel ärmer wären.

(c) Sylvia Raßloff